Hypnose Geschichte

Ein Exkurs in die Historie der Hypnose

 

Vermutlich wurde die Hypnose schon vor der Erfindung der Schrift genutzt und angewendet. Anhand von Bildern, alten Zeichnungen und Schriften die man fand, konnte dies nachgewiesen werden.

 

·   Beispielsweise im Ebers Papyrus, ein 3000 Jahre altes Dokument, welches beschreibt wie die ägyptischen Wahrsager gearbeitet haben. Was dort beschrieben wird entspricht den Ideen und den Techniken der Hypnose. Schlaftempel, welche in Ägypten und in Griechenland gefunden wurden, waren holistische Heilzentren, wo diverse Heiltechniken angewendet wurden, u.a. auch Hypnose.

 

  • Eine der ersten bekannten Heilungen wurden von einem Tempelpriester durchgeführt, indem er seinen Patienten einschlafen liess. Danach legte er seine Hände auf die schlafende Person und heilte diesen von der Konversionsstörung (dissoziative Störung).
  • Griechische Orakel benutzten hypnotische Techniken, um die Zukunft hilfesuchender Personen vorauszusagen.
  • Hinduistische Fakire und Yogis nutzen regelmässig spezialisierte Techniken, die in die gleiche Richtung gehen.
  • In geheimen Kulten vor allem mit religiöser Richtung wurden hypnotische Techniken regelmässig angewendet: Dazu gehören rhythmisches Tanzen und Wiederholungen.

 

 

 

Hypnose im Mittelalter

 

Im Mittelalter wurde die Hypnose vor allem von der königlichen Familie angewendet und war bekannt unter dem Namen: "königliche Berührungen." Bemerkenswert dabei ist, dass sich einige dieser Könige sogar selbst für heilighielten, wie z.B. die Könige von Frankreich und Eduard der Bekenner (1042 -1066).

 

Im späten 18. Jahrhundert begann sich die Sicht des Volkes zu verändern, da immer mehr nach wissenschaftlichen Erklärungen gesucht wurde. Vor der Krönung von Charles X, lebte die königliche Berührung wieder kurz auf, da er diese schon vorher anwendete.

 

Eine wichtige Person in dieser Epoche war Paracelsus, der davon überzeugt war, dass Gestirne des Himmels mit dem menschlichen Körper in Verbindung standen und auf diesen einwirkten. Für ihn war klar: " Ein Magnet kann die meisten Krankheiten heilen."

 

  • Der Arzt Franz Anton Mesmer (1734 - 1815) begann mit seiner Arbeit damals in Wien und zog danach nach Paris. Er hatte sehr gute Erfolge, suchte aber nach wissenschaftlichen Erklärungen für das, was er an Heilerfolgen mit der Magnetischen Lehre vorweisen konnte. Aber auch Franz Anton Mesmer borgte seine Ideen von Anderen. Seine Lehren basierten auf folgenden Annahmen:
  • Paracelsus (1494 - 1541) mit seiner Lehre von Magneten und Magnetismus.
  • Der Arzt, Richard Mead (1673 - 1754), der die Ansicht vertrag, dass alle lebenden Systeme auf der Basis von natürlichen Gesetzen funktionieren.
  • Pater Hell (1720 - 1792), ein jesuitischer Priester und Astronom, der versuchte Menschen mit Metallplatten zu heilen. Indem man diese Metallplatten über den Körper des Menschen bewegte, wurde ein Heilungsprozess durch den Erdkörper in Gang gesetzt und - so die damalige Meinung - durch den dieser Mensch gesund wurde.

 

Aufgrund dieser Meinungen und Prägungen war Mesmer überzeugt, dass die Gestirne Heilfähigkeiten besassen. Von Richard Mead bekam er die Idee, dass in jedem Körper eine universelle Flüssigkeit existiert. Wenn der Körper krank ist, ist diese universelle Flüssigkeit blockiert. Wenn man nun diese Metallplatten über diesen kranken Körper bewegt, werden diese Blockaden gelöst und der Patient wird geheilt. (Die Theorie des animalischen Magnetismus).

 

Später entwickelte er eine Technik, bei der er eine Wanne mit Wasser und Eisen füllte. Die kranken Patienten hielten sich an Eisenstangen fest, die mit dieser Wanne verbunden waren. Mesmer nannte sie "magnetische Kuren". Wenn die Patienten von dem Magnetismus durchflutet wurden löste dies eine sogenannte "Heilkrise" aus - die sich teils recht heftig in emotionalen Ausbrüchen äussern konnte. Mit der Zeit hatte Mesmer die Überzeugung, dass ER selber magnetische Kräfte hätte und Leute so direkt heilen könnte. Auch hatte er das Gefühl, er könne alles durch den Magnetismus heilen. Er hatte eine atemberaubende Erfolgsquote mit seinen Techniken, wurde reich und mächtig, aber mehr und mehr von sich selber eingenommen.

 

Mesmer verlangte von der medizinischen Fakultät in Frankreich, dass man seine Methoden prüfen soll. In Paris wurde eine Kommission einberufen, angeführt von Benjamin Franklin, der diese Methoden prüfen sollte. Darauf wurde er 1784 diskreditiert. Die Kommission kam zu dem Entschluss, dass "Magnetismus nichts bewirkt." Mesmer wurde darauf aus der Stadt gejagt. Er erhielt das Thurgauer Bürgerrecht und arbeitete für gemeinnützige Zwecke in Frauenfeld an der Zürcherstrasse. Mesmer verstarb verarmt 1815 in Meersburg.

 

Der Marquis de Puysegur (1781-1825) war ein Anhänger von Franz Anton Mesmer und beobachtete ihn, als er seine Techniken bei einem 24-jährigen Hirten anwendete. Er stellte fest, dass dieser mesmerisierte Hirte nicht wie bis anhin in eine magnetische Krise, diese "mesmerischen Krämpfe" verfiel, sondern in einen friedvollen Schlaf. Auch stellte er fest, dass es dieser Person möglich war die Augen zu öffnen und, wenn auch undeutlich, zu reden. Es sah so aus, als wäre er vollständig wach. Puysegur nannte dies "künstliches Schlafwandeln."

 

Joseph Philippe Francois Deleuze (1753-1835) entdeckte, dass Suggestionen, die in der Hypnose gegeben wurden, auch im Wachzustand erhalten bleiben können.

 

James Esdaile (1845) war ein britischer Arzt, der das bis heute erhältliche Buch "Mesmerismus in Indien" geschrieben hatte. Er arbeitete dort in einem Gefängnis und führte dort erfolgreich über 3000 Operationen durch - und dies alle ohne Narkosemittel zu benutzen. Normalerweise starben damals etwa 50% der Patienten bei einem solchen Eingriff. Esdaile brachte seinen Schülern bei, wie sie eine Person auf ein Bett legen mussten und mit Metallteilen über die verschiedenen Körperteile - und dies über mehrere Tage hinweg - fahren mussten. Heute kennen wir den Grund dafür, weswegen es funktionierte: durch die Hypnose wurden die Blutungen minimiert. Der Körper konnte eine Resistenz gegenüber möglichen Infektionen aufbauen und verlor keine Körperflüssigkeiten mehr. Somit wurde die Sterblichkeitsrate um 95% gesenkt! Als Esdaile nach England zurückkehrte, entschied die Britische Medical Association, dass er ein Quacksalber sei und stelle ihn vor Gericht. Man sagte ihm, dass das was er tat blasphemisch sei, weil "Menschen laut Gott leiden sollten."

 

Der erste Zahn wurde 1823 gezogen, die erste Geburt 1826. Phineas Parkhurst Quimby (1859), ein Uhrmacher, der Hypnotiseur wurde, trainierte zwei Menschen, die später berühmt wurden:

 

·       Pastor H.S. Evans: Er ging in die USA und gründete dort holistische Kirchen.

 

·       Mary Baker Eddy:  Sie gründete damals die Christian Science, hatte aber bald einmal bei der Hypnose das Gefühl, dass sie die Kontrolle hatte und nicht Gott und liess darum davon ab.

 

Um 1850 beschäftigen sich immer mehr Ärzte und Zahnärzte mit der Hypnose und wendeten diese an. Aber je verbreiteter sie wurde, umso kritischer wurde die Haltung medizinischer Fakultäten: Praktizierende wurden als Quacksalber bezeichnet und verloren ihre Lizenzen. In dieser Zeit wurde immer wieder folgende Frage gestellt: "Ist Hypnose ein göttliches Phänomen?" Der Grund lag darin, dass die Hypnose in dieser Zeit eng mit dem Spirituellen verbunden war.

 

1880 bildeten sich zwei verschiedene Richtungen der Hypnose heraus: Charcot (1825 - 1893) war ein Neurologe (eine Bezeichnung, die damals für Psychologen verwendet wurde) in Frankreich, der mit 12 Frauen zu arbeiten begann, die alle unter

 

Konversionshysterie litten. Charcot veranstaltete protzige Demos, bei denen er zeigen konnte, wie diese Frauen wieder gehen konnten, ihr Augenlicht wiederbekamen, etc. - doch sobald sie diesen Zustand verliessen, war alles wieder beim Alten. Er hatte die Hypnose nicht wirklich im Detail verstanden und kam danach zum Schluss, dass sie gefährlich war und nur geistig Kranke hypnotisiert werden können.

 

Hippolyte Bernheim (1840 - 1919), ein berühmter Neurologe aus Paris, und Liebeault, ein Landarzt, gründeten eine Klinik in Nancy in Frankreich. Dort behandelten sie über 12’000 Menschen mit der Hypnose und entwickelten Konzepte der Suggestibilität. Bis anhin wurde Hypnose nur zu Showeffekten gebraucht, Bernheim widersprach der gängigen Meinung, dass nur Hysteriker hypnotisiert werden können. Er bezeichnete Hypnose als normales, psychologisches Phänomen, das aufgrund von Suggestionen funktioniert und nicht wie bis anhin geglaubt, auf die Wirkung von Magneten und Metallen.

 

Siegmund Freud, ein österreichischer Neurologe und Tiefenpsychologe, besuchte Charcot und Bernheim und nutzte die Hypnose ebenfalls. Allerdings war er kein guter Hypnotiseur und hat sie auch nie wirklich verstanden. Er vertrat die Meinung, dass Hypnose nur wirksam ist, wenn ein möglichst tiefer Trancezustand erreicht wird. Wir wissen heute, dass das nicht stimmt. Freund dachte, Charcot hätte recht. Viele Menschen haben gehört oder gelesen, dass Sigmund Freud Hypnose als gefährlich ansah. Tatsächlich aber, kann folgendes Zitat auf ihn zurückgeführt werden: „Es gibt keinen Zweifel, dass das Feld der hypnotischen Behandlung viel umfangreicher ist als das vieler anderer Methoden zur Behandlung von Nervenkrankheiten.“ Er sagte auch: „Alles, was über die riesigen Gefahren der Hypnose gesagt oder geschrieben wurde, gehört in das Land der Märchen.“ Zusätzlich dazu erklärte Freud auch, dass Psychotherapie nur dann wirklich nützlich sein würde, wenn sie zusammen mit Hypnose genutzt werden würde. Entgegen seinen früheren Aussagen verurteilte er in späteren Jahren die Hypnose. 

 

In einem Fall behauptete er, dass eine Patientin, die er hypnotisierte in der Trance aufsprang und ihn auf die Lippen küsste. (Die wahre Geschichte ist nicht ganz so aufregend.) Viele Menschen wissen bis heute nicht, dass Freud, um seine eigenen Schmerzen unter Kontrolle zu halten, Coca Blätter in seinen Wangen und in seinem Zahnfleisch hielt. Dies zerstörte sein Zahnfleisch und seine Zahnprothesen passten nicht mehr ganz so gut. Aus diesem Grund konnte er nicht mehr ganz so deutlich sprechen und somit auch seine Patienten nicht effektiv hypnotisieren. Als Freud damit begann, sein System der Psychoanalyse zu entwickeln, führten ihn diverse theoretische Überlegungen und seine eigene Schwierigkeit bei der Hypnose seiner Patienten dazu, Hypnose zugunsten freier Assoziation zu verwerfen. Freuds Anklage gegenüber der Hypnose, schadete ihrer Glaubwürdigkeit viele Jahre lang, vor allem in medizinischen Kreisen. Hypnotherapie wurde durch Freuds Mangel an „hypnotischen Fähigkeiten“ wahrscheinlich 50 Jahre zurückgeworfen.

 

Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde die Hypnose bei der Behandlung gegen Kriegsneurose angewendet, da Medikamente rar waren. Abgesehen von dem, sah man nicht wirklich einen Nutzen diese anzuwenden. 1955 verkündete die British

 

Medical Association endlich, dass Hypnose als Behandlungsmethode gegen Konversionshysterie oder als Narkosemittel akzeptabel ist. 1958 wurde das auch von der American Medical Association (AMA) bekannt gegeben, die aber gleichzeitig daran festhielt, Bühnenhypnotiseure zu verurteilen. Die AMA bildete Ausschüsse, um die wesentlichen Gefahren festzustellen. Die Ausschüsse wurden fünfzehn Jahre später ergebnislos aufgelöst.

 

1960 stellte die American Psychology Association ein Gremium zusammen, das Hypnose untersuchen sollte. Trotzdem bietet zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Handbuchs keine medizinische Schule einen Kurs in Hypnose an. Einige Schulen für Zahnärzte bieten allerdings genau das an und nur eine einzige Universität bietet einen anerkannten Kurs an (Pepperdine, in Kalifornien)